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Unser Heldinnenbuch des Monats

(Unbezahlte Werbung)

Clémentine Beauvais: Königinnen der Würstchen. Carlsen, 16,99€

Heldinnenhafter Roadtrip gegen Bodyshaming. Was für ein kluges, lustiges Buch mit einer wunderbaren Botschaft!

Die 15-jährige Mireille wird zum dritten Mal in Folge im Facebook-Wettbewerb „Würstchen des Jahres“ zu einem der drei hässlichsten Mädchen ihrer Schule gewählt. Als wäre das  an sich nicht schon perfide genug, wird dieser Wettbewerb auch noch von ihrem besten Freund aus Kindergartentagen initiiert, der sie zuallererst als fette Kuh beschimpft hat. Doch an Mireille perlt diese Wahl ab wie Wasser auf einem Blatt, sie ist es schon gewohnt und hat sich einen Panzer aus Humor und Schlagfertigkeit übergestreift, der nur noch selten und mit ganz besonders fiesen Kommentaren durchbrochen werden kann.  Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren, hat sie allerdings dieses Jahr nicht den ersten Platz errungen sondern „nur“ den bronzenen Rang erreicht. Sie macht sich daher auf die Suche nach den anderen beiden Würstchen und lernt dabei die eigenbrötlerische Astrid und die kleine Muslimin Hakima kennen, die beide nicht ganz so sorgenfrei mit der Würstchenwahl umgehen. Dieser Wettbewerb verbindet die drei unterschiedlichen Mädchen und sie beschließen, gemeinsam eine Radtour ins weit entfernte Paris zu unternehmen, um dort am Nationalfeiertag die Gartenparty der Staatspräsidentin im Elysee-Palast zu crashen.

Die Reise, die klein und sehr privat beginnt, nimmt dank Social Media Hype plötzlich eine unterwartete Dimension an und jedes Mädchen muss sich in Paris angekommen die Frage stellen, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Aus der ich-Perspektive von Mireille geschrieben, ist dieses Buch von der ersten Seite an höchst unterhaltsam und fast ein bisschen schnoddrig geschrieben, driftet dabei aber nie ins Seichte ab. Die Parodie auf den heutigen Hashtag-Hype ohne erhobenen medienpädagogischen Zeigefinger ist Beauvais ebenso  hoch anzurechnen wie die Tatsache, dass die Mädchen nicht in die Opferrolle gedrängt werden. Die Mädchen sind vielleicht nicht immer stark und selbstbewusst (welche 15-Jährige ist das schon?) aber auf ihrer Reise gewinnen sie nicht nur diese Eigenschaften hinzu sondern wachsen auch menschlich, teilweise sogar fast über sich hinaus. Dass die letzten Seiten nach all dem bodenständigen Realismus der Mädchen fast ein wenig zu kitschig daherkommt verzeiht man der Autorin gern.

Ein absolut unterhaltsames & kurzweiliges Must-Read für alle Mädchen ab 13 Jahren, ob dick oder dünn, beliebt oder nicht, da es auf unterhaltsame Art und Weise ohne erhobenen Zeigefinger klar macht, was wirklich zählt.

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